Risikoanalyse über die Grenzwerte hinaus

Bei speziellen Produkten gibt es die Notwendigkeit, die wirklichen biologischen Effekte der Strahlung auf das Auge oder die Haut zu berücksichtigen. Wir verfügen dafür über …

  • exklusives Know-How zur Wirkung der Strahlung auf Auge und Haut, welches wir durch unsere Forschungsprojekte zur Schädigungsschwellwert-Bestimmung der Netzhaut, sowie durch die Mitarbeit in Gremien und Experten-Workshops erlangt haben.
  • Eine vollständige Daten- und Literatursammlung aller Schädigungs-Schwellwerte, die  die Basis der Grenzwerte darstellen.
  • eine Simulations-Software zur quantitativen Vorhersage von Schädigungs-Schwellwerten für die thermische Schädigung von Netzhaut und Hornhaut.

Unsere Simulations-Software für die Schädigung der Augen ist vor allem für solche Fälle wertvoll, wo die derzeitige Norm IEC 60825-1 bzw. ICNIRP keine speziellen Regeln vorgibt und dadurch überrestriktiv ist:

Gescannte Laserprodukte; zur Zeit gibt es in der IEC 60825-1 keine speziellen Regeln, wie die Scannung der Strahlung auf der Netzhaut berücksichtigt werden kann; mit unserer Simulations-Software kann je nach Scan-Muster auf der Netzhaut die erlaubte Leistung - unter Einhaltung von Klasse 1 oder Klasse 2 Grenzwerten – bestimmt werden.

Unregelmäßige Pulsfolgen; zur Zeit gibt es in der IEC 60825-1 keine spezielle Regeln, wie Pulsmuster mit unregelmäßig hohen Pulsspitzenleistungen analysiert werden sollen.  Mit Hilfe unserer Simulations-Software können wir diese Pulsmuster genau bewerten. 


Risikoanalysen, bei denen die Wahrscheinlichkeit einer Schädigung und/oder die Bioeffekte der Strahlung unabhängig von Grenzwerten charakterisiert werden, sind vor allem in folgenden Fällen relevant:

  • Bei absichtlichen Expositionen des Auges oder der Haut, wenn natürliche Bewegungen oder die Verkleinerung der Pupille unterdrückt werden -
    in diesen Fällen dürfen die Grenzwerte der ICNIRP bzw. IEC 60825-1 und IEC 62471 nicht verwendet werden.
  • Wenn die Grenzwerte für das Auge oder die Haut restriktiv niedrig sind -
    aufgrund der Sicherheitsfaktoren in den Grenzwerten kann eine Bestrahlung auch sicher sein, obwohl sie über den Grenzwerten liegt. 
  • Wenn es um die Frage nach notwendigen Sicherheitseinrichtungen oder Warnungen geht -
    bei höherem Risiko wird eine automatische konstruktive Sicherheitseinrichtung notwendig sein, bei geringerem Risiko kann eine Warnung ausreichend sein.
  • Wenn die Verlässlichkeit von Sicherheitseinrichtungen eine Rolle spielt -
    je höher das Risiko einer Schädigung, desto verlässlicher muss die Sicherheitseinrichtung sein.
  • Bei der Klassifizierung nach IEC 60825-1 müssen Einfehlerbedingungen berücksichtigt werden –
    außer man kann argumentieren, dass das Risiko entsprechend gering ist – je schwerer der potentielle Schaden ist und je größer die Wahrscheinlichkeit für eine Bestrahlung ist, desto geringer muss die Fehlerrate sein.
  • Wenn das Risiko einer Augenschädigung im Sinne der Wahrscheinlichkeit einer Schädigung quantifiziert werden soll - 
    hierzu ist die Berechnung sowohl der Wahrscheinlichkeit einer Exposition wie auch der entsprechenden Höhe der Exposition erforderlich, sowie die Berücksichtigung von biologischen Schädigungsschwellwerten. 
  • Wenn es um die Frage des Haftungsrisikos geht –
    Kommt es zu einem Schaden, wird beurteilt, ob ein Produkt sicher konstruiert war und entsprechende Warnungen aufwies. Diese Fragen werden von den Gerichten praktisch unabhängig von technischen Normen beurteilt (siehe dazu e-book).

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